Ich habe es also wieder getan. Ein "Mystery-Paket" bestellt, das zu einem Preis, der weniger als der Hälfte des "Wertes" entspricht, angeboten wurde. In diesem Paket versteckten sich gleich zwei Geheimnisse. Erstens natürlich das Geheimnis um die Weine im Paket und ihre Qualität. Dieses Geheimnis ließ sich duch Öffnen des Pakets und Probieren der Weine recht leicht lüften (siehe unten). Das zweite Geheimnis liegt in der Frage, warum ich mit gewisser Regelmäßigkeit solche Pakete bestelle, obwohl mich doch noch nie eins wirklich überzeugt hat.
Erstens sind solche Pakete vermutlich dazu da, um Kunden "anzufixen". Dem entsprechend enthalten sie Weine, die dem vermuteten Massengeschmack entsprechen, aber eben nicht meinem. Zweitens kam im vorliegenden Fall hinzu, das offenbar einige der Weine Exklusivabfüllungen für diesen Händler waren. Daher lässt sich der Rabatt nur relativ zu den früheren (vielleicht überhöhten) Preisen des gleichen Händlers, nicht aber zu den Preisen anderer Anbieter beurteilen, da es letztere ja gar nicht gibt. Mit anderen Worten: Ich sollte es in Zuklunft einfach lassen.
Der erste Wein, ein Rosé aus der Rebsorte Nero d'Avola, wird beworben mit 97 Punkten von Luca Maroni und 99 Punkten von "Italian Wine Guy", wer immer das ist. Die Bewertung ist so absurd, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe, das zu gugeln.
2025 Corte al Passo Nero d'Avola Sicilia Rosé
Recht helles Rosa
Im Duft zum Auftakt leicht floral, dann recht ausgeprägte Frucht, wobei rotfruchtige Noten dominieren. Das ist nicht sehr komplex, aber durchaus charmant
Am Gaumen kommt die Frucht dann etwas undifferenziert und leicht parfumiert wirkend daher. Dieser Eindruck paart sich mit einer leichten Bitternote, die dann recht lang am Gaumen haften bleibt.
82-84, jung trinken
Es folgt ein Lugana
2024 Sonomara Lugana
Mittelgelb
Angenehmer Duft, leicht nussig, Orange, gelbe Frucht
Das setzt sich am Gaumen fort: Auch hier leicht nussig mit dezenter Frucht, darunter wieder Orange. Nicht komplex und auch recht kurz, aber ein sauberer, unkomplizierter Wein.
84-86, jung trinken
Weiter geht es mit einem Merlot aus Umbrien (mit moderatem Alkoholgehalt von 12,5%)
2024 La Carusa Merlot, Umbrien
Mittleres Rot
Im Duft recht ausgeprägt mit charmanter, eher roter Frucht
Am Gaumen recht kraftvoll, weich wirkend mit Frucht und Würze, endet kurz.
Einfacher, aber korrekter Wein.
84-86, jung trinken
Dann ein Wein, den es hier tatsächlich schon einmal gab (guckstu hier) und der aus drei Anbaugebieten (Apulien, Sizilien und Kalabrien) und Rebsorten (Primitivo, Nero d'Avola und Syrah) zusammengestellt ist.
Ohne Jahrgang Tre Zone Vino d'Italia
Mittleres bis dunkles Rot
Intensiver Duft mit süßlicher Anmutung, dunkle Frucht, geröstete Paprika(?)
Am Gaumen deutliche Süße, schwergewichtig und fast marmeladig, wenig Struktur, viel dunkle Frucht
Ich weiß, dass es Leute gibt, die so etwas mögen, aber ich kann damit nicht viel anfangen.
84-86
Der letzte Rotwein war ein Spanier aus Montsant. Den fand ich richtig schlecht.
2022 Cellar de Capcanes Montsant
Recht dunkles Rot
Im Duft dunkle Frucht, etwas pfeffrige Würze
Am Gaumen zunächst dunke Frucht, die dann aber von einer brandig-alkoholischen Note übertönt wird. Schlimm.
75-79
Danach ging es an die Mosel, und es konnte eigentlich nur besser werden (wurde es auch).
2025 Josef Milz Schiefergold Riesling trocken
Mittelgelb
Recht ausgeprägter und noch etwas unruhger Duft nach Steinobst und Zitrus
Am Gaumen saftig und mit gelber Frucht und dezenter Säure. Wirkt recht "weich" (fast hätte ich "weichgespült" geschrieben), ist aber vielleicht gerade dadurch massentauglich. Auf jeden Fall ein ordentlicher Gutsriesling.
85-87









